Städtisches Klinikum Solingen

Radiologie Solingen

Embolisation bei benigner Prostatahyperplasie

Zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung (benignen Prostatahyperplasie, Prostata-Adenom) setzen das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und die Klinik für Urologie des Städtischen Klinikums Solingen, als eine von wenigen deutschen Kliniken, einen interventionellen Eingriff zur Verbesserung des bei Prostata-Adenomen häufig gestörten venösen Blutflusses ein.

Hierbei handelt es sich um einen Eingriff, der zur Behandlung der Unfruchtbarkeit bei jüngeren Männern seit längerem mit guten Ergebnissen und geringer Nebenwirkungsrate genutzt wird. Erst vor einigen Jahren haben israelische Forscher (Gat und Goren) herausgefunden, dass auf diese Art auch eine vergrößerte Prostata behandelt werden kann.


Bei wem kommt die hier vorgestellte Therapie in Betracht?

Prinzipiell bei allen Patienten, bei denen eine gutartig vergrößerte Prostata durch Druck auf die Harnröhre zu Beschwerden führt. Typische Probleme, die aber nicht immer alle und gleichzeitig vorhanden sein müssen, sind:

  • abgeschwächter Harnstrahl
  • Probleme, das Wasserlassen zu beginnen, obwohl der Drang zum Entleeren besteht („Startschwierigkeiten“)
  • unterbrochenes Wasserlassen - mehrere Versuche sind nötig, um die Blase zu leeren
  • häufiges Urinieren, unter Umständen im Abstand weniger Minuten; das gilt sowohl tagsüber als auch nachts (Nykturie)
  • plötzlicher, starker Harndrang, auch mit unfreiwilligem Abgehen von Harn
  • Nachtropfen von Harn nach dem Wasserlassen
  • unvollständige Entleerung der Harnblase („Restharn“)
  • „Harnverhalt“

Nicht eingesetzt werden sollte der Eingriff bei Patienten mit einer chronischen Prostatitis oder einem chronischen Harnwegsinfekt.


Wie wird der Eingriff durchgeführt?

Wie bei jeder interventionellen Therapie muss vor der eigentlichen Therapie ein Aufklärungsgespräch stattfinden. In diesem Rahmen führen wir eine transabdominelle und transrektale sonographische Untersuchung der Prostata sowie des Plexus pampiniformis durch.

Zur Therapie werden Sie dann an einem zweiten Termin stationär aufgenommen. Bei dem eigentlichen Eingriff wird über einen Zugang am Arm oder in der Leiste - ähnlich dem Legen einer Nadel zur Blutentnahme am Arm – eine dünne Sonde eingeführt und die zur Prostata führenden Venen werden gezielt aufgesucht und therapiert (siehe Abbildung). Nach Beendigung des etwa 1,5 Stunden dauernden Eingriffs wird die Sonde wieder entfernt, die Punktionsstelle komprimiert. Sie bleiben dann für eine Nacht noch zur Sicherheit in der Klinik.

Ein spezielle medikamentöse Therapie nach dem Eingriff ist nicht (!) notwendig. Nachkontrollen werden 3, 6 und 12 Monate nach dem Eingriff durchgeführt.

Ergebnisse

Die folgende Tabelle zeigt die berichteten Ergebnisse der Behandlung (nach Andrologia 2008; 40: 273):
 

Variable

vor Behandlung

6 Monate nach Behandlung

Prostatavolumen (ml)

56,00 ± 4,12

36,93 ± 3,10

Nächtlicher Harndrang (/pro Nacht)

3,56 ± 0,63

0,96 ± 0,14

 

In einer ersten eigenen Arbeit ergab die Auswertung der Fragebogen nach 6 Monaten eine deutliche subjektive Beschwerdebesserung (Strunk H, Meier M, Schild HH, Rauch M. Treatment of benign prostatic hyperplasia by occlusion of the impaired urogenital venous system - first experience. Roefo 2015. 187(3): 180-186. DOI: 10.1055/s-0034-1385353):


Kontakt

Sollten Sie der Meinung sein, dass dieser Eingriff möglicherweise für Sie in Betracht kommt, stehen wir Ihnen für weiter führende Gespräche gerne unter folgender Telefonnummer oder – am einfachsten – per E-Mail zur Verfügung:

Sekretariat Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie (Prof. Dr. H. Strunk)
Silke Stadthaus
Tel.: 0212 547-2427
Fax: 0212 547-2428  
radiologie@klinikumsolingen.de

Sekretariat Urologie (Prof. Dr. M. Heuser)
Barbara Eicher
Tel.: 0212 547-2351
Fax: 0212 547-2353
urologie@klinikumsolingen.de