Elf Jahre war das Rauschen im Ohr der ständige Begleiter einer 32-jährigen Patientin aus Augsburg. Plötzlich war es da, von einem auf dem anderen Tag. Und es blieb – pulssynchron, mal leiser, mal lauter. Elf Jahre mit Arztbesuchen und vielen Untersuchungen folgten. Ruhe finden war kaum möglich, da das Rauschen im Liegen stärker wurde.
Erst Priv.-Doz. Dr. Hannes Nordmeyer, Chefarzt des Institutes für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie am Städtischen Klinikum Solingen fand die Ursache für den Pulsatilen Tinnitus: eine Sinusstenose. Die Verengung eines großen venösen Blutleiters im Kopf war der Grund für das Rauschen, das die Augsburgerin stets begleitete. Bis zum neuroradiologischen Eingriff im Mai. Als sie nach dem Eingriff aufwachte, war da Stille. Das rhythmische Geräusch im Takt des Herzes war verschwunden. Bis heute.
Das Städtische Klinikum Solingen gehört zu den wenigen Kliniken in Deutschland, die sich auf die interdisziplinäre Diagnostik und Therapie des Pulsatilen Tinnitus spezialisiert haben und gehört zu den deutschen Studienzentren für die interdisziplinäre Behandlung von Sinusstenosen, die neben dem Rauschen auch zu starken Kopfschmerzen oder Sehstörungen führen können. Dabei arbeitet die Neuroradiologie eng mit der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf-, Hals- und Schilddrüsenchirurgie unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Sesterhenn zusammen. Klinische Ergebnisse aus Solingen fließen derzeit als einzige aus Deutschland in die internationale RESOLVE-Studie ein.
