Fünf Jahre Geriatrie - eine Erfolgsgeschichte

Gruppenbild des Teams mit Chefärztin, Oberärzten, Therapeutin und Stationsleiterin.
In den letzten fünf Jahren sind die Mitarbeitenden der Geriatrie und des Alterstraumazentrums zu einem Team zusammengewachsen.

Ein bisschen erstaunt schauen sich Chefärztin Nicole Backes und Oberarzt Christopher Oldenhage an: „Ist das wirklich schon fünf Jahre her?“  Am 1. April 2021 - pünktlich zum Tag der älteren Generation - starte die Geriatrie. Viel ist seitdem passiert, viel ist erreicht. „Und wir haben noch ganz viel vor“, sagt Nicole Backes. Gemeinsam mit Priv.-Doz. Dr. Michael Schmitz führt sie die Medizinische Klinik III – Geriatrie, Allgemeine Innere Medizin und Nephrologie – am Städtischen Klinikum Solingen. Die Spezialistin für Altersmedizin und der Experte für Nierenerkrankungen sind ein gutes, eingespieltes Team. „Wir ergänzen uns großartig“, sagt Nicole Backes.

Geriatrie steht und fällt mit einem gut ausgebildeten, interdisziplinären Team. Daher ist in den vergangenen fünf Jahren viel Energie in die fachspezifische Ausbildung geflossen: 15 Pflegefachkräfte haben den Basislehrgang abgeschlossen, fünf die zweijährige Fachweiterbildung, eine weitere Pflegekraft steht noch vor der Prüfung. Auch im ärztlichen Bereich wird viel für den Nachwuchs getan. „Wir können die volle Weiterbildung für die Zusatzbezeichnung Geriatrie über 18 Monate hier im Haus anbieten – nach dem Facharzt für Innere Medizin“, erklärt Nicole Backes. Zwei Ärzte haben die Prüfung der Zusatzweiterbildung bereits geschafft, drei weitere sind noch auf dem Weg. 

Nicole Backes steckt mit ihrer Begeisterung für die Altersmedizin an. „Wir sind Generalisten, die den ganzen Menschen im Blick haben“, sagt sie. Das beschränke sich nicht nur auf Erkrankungen und Einschränkungen des Alters, sondern nehme auch soziale und psychologischen Aspekte mit in den Blick. „Wir wollen unsere Patientinnen und Patienten nach der akuten Behandlung nicht einfach entlassen, wir müssen schauen, dass sie ein Umfeld haben, in dem sie gut mit ihren Einschränkungen leben können.“ Dafür steht ein Team aus Ärztlichem Dienst, Pflege, Sozialarbeit, Therapie und Psychologie zur Verfügung.

Ulrike Clotten, Pflegedienstleiterin für den Bereich Innere Medizin, begeistert die Zusammenarbeit über die Fach- und Funktionsgrenzen hinweg: „Täglich gibt es übergreifende Frühbesprechungen, in denen gemeinsam über die Patientinnen und Patienten gesprochen und die entsprechende Therapie vereinbart wird.“ 

Die fachübergreifende Zusammenarbeit trägt weithin sichtbare Früchte. „Das Alterstraumazentrum, das wir gemeinsam mit den Unfallchirurgen, dem Team um Prof. Dr. Sascha Flohé, betreiben, ist die größte gemeinsam betriebene Einheit in der Region“, sagt Nicole Backes nicht ohne Stolz und schwärmt fast von den Ergebnissen der Operateure. „Es ist für den weiteren Verlauf immens wichtig, dass die älteren Patientinnen und Patienten nach Stürzen schnell wieder auf die Beine kommen.“ Strenge Bettruhe ohne Belastung des Knochenbruches sei Gift für die weitere Lebensqualität der gemeinsamen Patientinnen und Patienten.

Und was sind noch Ziele? Das gesamte Team der Geriatrie und des Alterstraumazentrums freut sich schon auf den Neubau. „Die Planungen sind so, dass die Anforderungen des Qualitätssiegels Geriatrie erfüllt werden“, sagt Geschäftsführer Prof. Dr. Martin Eversmeyer. Konkret heißt das zum Beispiel, dass es über 240 Quadratmeter Therapiefläche direkt auf der Station geben wird. Damit werden belastende Transporte für die Patientinnen und Patienten vermieden. Aktuell läuft der Rückbau des Hauses G, um Platz für den neuen Bettentrakt zu schaffen.