In Solingen prägt das Gesundheitswesen den Alltag vieler Menschen, ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und spielt eine zentrale Rolle beim Klima- und Ressourcenschutz. Mit dem neuen Projekt „Circular.Care.Solingen“ setzt die Stadt Solingen einen wichtigen Impuls, um Kreislaufwirtschaft, modernes Abfallmanagement und nachhaltige Beschaffung im Gesundheitssektor weiterzuentwickeln. Das Projekt wird von der Stadtverwaltung in Kooperation mit dem Klinikum Solingen sowie dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie zunächst im Städtischen Klinikum umgesetzt. Anschließend sind alle interessierten Einrichtungen des Solinger Gesundheitswesens eingeladen, sich zu beteiligen. Das dreijährige Projekt (November 2025 bis Oktober 2028) wird mit EU Mitteln und Fördergeldern des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW unterstützt. Die Stadt Solingen und die weiteren Projektpartner tragen jeweils einen Eigenanteil von 10 Prozent.
Ziele des Projekts
„Circular.Care.Solingen“ ist ein zentraler Bestandteil des wirtschaftlichen Strukturwandels in Solingen und der Region. Durch das Schließen von Stoffkreisläufen entstehen Impulse für innovative Geschäftsmodelle und Produkte. Gleichzeitig können lokale und regionale Wertschöpfungsketten gestärkt und über bestehende Kreislaufwirtschaftsstrukturen hinaus weiterentwickelt werden. Das Projekt ist fest in der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Solingen verankert. Weitere Ziele, die mit dem Projekt verfolgt werden:
- Ressourcenverbrauch und Abfall reduzieren – bei medizinischen Produkten, Geräten, Verbrauchsmaterialien und in der Verpflegung
- Recyclingquote erhöhen und Recyclingsysteme besser nutzen
- Energiebedarf und CO₂ Emissionen senken
- Kosten bei Einkauf und Entsorgung reduzieren
- Neue Prozesse und Kooperationen mit Abfallwirtschaft und Herstellern entwickeln
- Impulse für verbessertes Produktdesign setzen
Projekt befindet sich in der ersten Phase
„Circular.Care.Solingen“ befindet sich derzeit in der ersten Projektphase und konzentriert sich auf das Städtische Klinikum. Das Abfallmanagement wird umfassend modernisiert und neu strukturiert, um Materialien besser zu trennen, aufzubereiten und wiederzuverwenden. Gleichzeitig wird eine nachhaltige und kreislauffördernde Beschaffung für medizinische Produkte und Verbrauchsmaterialien eingeführt, sodass Abfälle reduziert und Ressourcen gezielt geschont werden. Allen Projektteilnehmenden ist es wichtig, dass die Mitarbeitenden des Klinikums miteinbezogen werden. Wenn die erste Projektphase abgeschlossen ist, sind Praxen, weitere Kliniken und Pflegeeinrichtungen eingeladen, sich aktiv einzubringen und durch Veranstaltungen, Beratung und Vernetzung eigene Beiträge zum Ressourcen- und Klimaschutz im Gesundheitswesen zu entwickeln.
Zum Hintergrund
Die Gesundheitswirtschaft ist durch hohen Ressourcenverbrauch, große Abfallmengen und erhebliche Treibhausgasemissionen geprägt. Auch im Klinikum Solingen fallen jährlich rund 1.000 Tonnen Abfall an. Bereits in der Vergangenheit hat das Klinikum gemeinsam mit der Stadt Solingen gezeigt, wie Kreislaufwirtschaft praktisch gelebt werden kann – etwa durch die erfolgreichen Aktionen „Klinikum zum Mitnehmen“ und „Akademie zum Mitnehmen“, bei denen funktionsfähige Möbel und Ausstattung weitergegeben wurden. Zudem bringt Solingen wertvolle Erfahrungen aus regionalen Projekten wie „FAB Region“ und „bergisch circular“ ein, die die Expertise im zirkulären Bauen, in der Wiederverwendung von Materialien und in nachhaltigen Wertschöpfungsketten weiter gestärkt haben.
