• Aufenthalt
  • Medizin
  • Karriere
  • Unternehmen

Kinder- und Jugendmedizin

Sicherer Schlaf: 12.000 Schlafsäcke für Neugeborene

8. Februar 2017

Nach Angaben der Stiftung Kindergesundheit stirbt in Deutschland jedes dreihundertste Baby, ohne seinen ersten Geburtstag erlebt zu haben. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Das Alter und die körperliche Verfassung der Mutter in der Schwangerschaft und bei der Geburt, die Vorsorge aber auch die soziale Lage spielen eine wichtige Rolle. Vor diesem vielschichtigen Hintergrund kommt der Aufklärung ein besonderer Stellenwert zu. Zum Beispiel hinsichtlich der gesundheitsfördernden Bedeutung des Stillens. Oder über das, was Eltern tun können, damit ihr Kind sicher schläft.

Die Klinik für Kinder und Jugendliche setzt sich seit fast 15 Jahren für beide Themen ein. Als erste Klinik in Deutschland startete das Klinikum die Initiative "Gesunder Babyschlaf", der sich die Solinger Hebammen sowie zahlreiche Kinder- und Jugendärzte angeschlossen hatten. Im Mittelpunkt der Aktion: der Babyschlafsack. Jedes Kind, das im Klinikum zur Welt kommt, bekommt seit dem Start der Initiative einen geschenkt.

  

Gefahr durch Decken und Kissen

"Kleine Kinder schlafen viel, je nach Alter bis zu 20 Stunden pro Tag", erklärt Dr. Volker Soditt, Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche. Ist der Schlaf gesund, werden das Wachstum und die motorische und intellektuelle Entwicklung unterstützt. Die Grundlage dafür ist eine sichere Schlafposition. Von Anfang an wird die Rückenlage empfohlen. Die Sorge, dass das Kind sich verschluckt, ist unbegründet. Die entsprechenden Schutzreflexe setzen bereits bei Kleinstkindern ein. Jedes Kind sollte im eigenen Bett schlafen. Im ersten Lebensjahr ist es im Elternschlafzimmer am besten aufgehoben. Das Kind sollte jedoch nicht im Bett der Eltern schlafen. Decken und Kissen oder zu weiche Matratzen haben im Kinderbett nichts zu suchen. Sie können den Kopf überdecken und sind dann gefährlich. Auf weichen Unterlagen sinkt der Kopf zu tief ein. Das kann zur Überwärmung und Rückatmung von verbrauchter Atemluft führen. "Bei Verwendung eines Schlafsacks kommt dies nicht vor. Im gut sitzenden Schlafsack findet das Kind den richtigen Platz zu atmen", so Dr. Soditt.

 

Sicherheit durch Aufklärung

Der Förderverein des Klinikums und die Sparkasse Solingen unterstützen die Aufklärungsarbeit der Bereiche Geburtshilfe und Kindermedizin seit Anfang an. Mehr als 80.000 Euro Spenden kamen in den Jahren zusammen. Bei den im Schnitt 850 Geburten der vergangenen Jahre konnten bisher mehr als 12.000 Kinder im Klinikum Solingen mit einem Schlafsack begrüßt werden. "Dies ist eine wichtige Präventionsmaßnahme, durch die vor allem unerfahrene Eltern sensibilisiert werden", argumentiert Stefan Grunwald, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Solingen. Der Vorsitzende des Fördervereins, Kai Sturmfels: "Angesichts der steigenden Geburtenzahlen - 2016 wurden 1.390 Geburten gezählt - freuen wir uns auch fürs Klinikum über die Hilfe für die Beschaffung der Aufklärungsgeschenke". Ein Schlafsack kostet knapp 18 Euro.

Die Aufklärungsarbeit im Klinikum - dem ersten Krankenhaus Nordrhein-Westfalens und einem von drei Krankenhäusern in Deutschland, die die Auszeichnung der Weltgesundheitsorganisation "Babyfreundliches Krankenhaus" für die Fachbereiche Geburtshilfe und Kinderklinik führen - trägt inzwischen Früchte. Im Vergleich zu anderen Städten in Deutschland verzeichnet Solingen seit Jahren eine konstant niedrige Zahl von Säuglingstoden.

 

 

Freuen sich über die Spende: Chefärzte Dr. Sebastian Hentsch (li.) und Dr. Volker Soditt.


Zur Webseite der
e Kinder- und Jugendmedizin