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Klinik Solingen

Refluxzentrum Bergisches Land nimmt Arbeit auf

Das Städtische Klinikum Solingen hat das Refluxzentrum Bergisches Land ins Leben gerufen. Auf Initiative von Professor Dr. Wolfgang Schwenk, seit einem halben Jahr Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im Klinikum, werden die Ressourcen und Kompetenzen in diesem Behandlungsfeld gebündelt. Unter einem Reflux versteht der Mediziner das Zurückfließen von Magensäure in die Speiseröhre. „Man kann davon ausgehen, dass gut zehn Prozent der Bevölkerung an derartigen Symptomen leiden. Es ist praktisch eine Volkskrankheit“, berichtet Professor Dr. Schwenk.

Die Ursachen für eine solche Erkrankung, bei der der Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre nicht mehr voll funktionsfähig ist, können vielfältig sein. Angefangen bei falscher Ernährung und Fettleibigkeit, dem übermäßigen Konsum von Tabak und Alkohol bis hin zu Stress oder einer krankhaften Verhärtung des Gewebes (Sklerose) können zahlreiche Umstände für einen Reflux ursächlich sein.

Im Refluxzentrum Bergisches Land wird Professor Dr. Wolfgang Schwenk mit seinen Kollegen Professor Dr. Boris Pfaffenbach, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Onkologie und Allgemeine Innere Medizin am Klinikum, und Professor Dr. Andreas Sesterhenn, Chefarzt der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Hand in Hand zusammenarbeiten.

„Die medikamentöse Behandlung wirkt bei etwa 70 Prozent der Patienten“, zählt Professor Dr. Schwenk eine von drei derzeit angewandten Behandlungsformen auf. Während der Einsatz von Protonenpumpenhemmern (PPI) nach wie vor bei vielen Reflux-Patienten Teil der Behandlung ist, kommen andere nicht um eine Operation herum. Bei der Fundoplikatio wird von den Chirurgen aus dem oberen Magenanteil eine Manschette gebildet, die um den Verschlussmechanismus gelegt wird.
Mit der EndoStim-Stimulationstherapie kommt zudem seit kurzem eine neue Methode zur Anwendung. „Dabei handelt es sich um eine Alternative zur klassischen Operation. Es ist ein Gewinn für den Patienten wenn er weiß, dass die Anatomie unangetastet bleibt“, macht Professor Dr. Schwenk deutlich. Denn bei EndoStim werden Stimulationselektroden am unteren Teil der Speiseröhre implantiert, die mit einem kleinen „Schrittmacher“ verbunden sind.

„Das bieten wir ausgewählten Patienten an, es handelt sich dabei noch um kein Standardverfahren“, so Professor Dr. Schwenk weiter. Bei der Bestätigung der Diagnose arbeitet man im Refluxzentrum eng zusammen. Dabei wird auf eine endoskopische Untersuchung ebenso zurückgegriffen, wie auf Impendanzmessungen (Sondenmessung in der Speisehöhre), der Manometrie (Druckmessung) und weiteren Methoden, die vor allem in den Bereich der Klinik für HNO fallen.

Im Januar 2018 lädt das Refluxzentrum zu zwei Informationsveranstaltungen in die Personalcafeteria des Klinikums ein:

Mittwoch, den 17. Januar, 17:00 Uhr:
Vortragsnachmittag für Patientinnen und Patienten

Themen und Referenten:

Aktuelles zu Ursachen, Entstehung und konservativen Behandlungsmöglichkeiten
Herr Prof. Dr. med. Boris Pfaffenbach
Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Onkologie und Allgemeine Innere Medizin

Spezialdiagnostik des Magen-Darmtraktes und der Speiseröhre
Herr Karl-Heinz Orth
Funktionsoberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Onkologie und Allgemeine Innere Medizin

Reflux bedingte Beschwerden im Bereich der oberen Luft-
und Speisewege

Herr Prof. Dr. med. Andreas Sesterhenn
Chefarzt der Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Plastische Gesichtschirurgie

Unzufrieden mit der medikamentösen Behandlung –
welche Operation kann helfen?

Herr Prof. Dr. med. Wolfgang Schwenk
Chefarzt der Klinik für Allgemein und Viszeralchirurgie

Mittwoch, den 31. Januar, 19:00 Uhr:
Vortragsveranstaltung für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Sodbrennen, Völlegefühl, Aufstoßen: Wenn die Beschwerden öfter vorkommen, kann es ein Zeichen für eine Refluxerkrankung sein (Foto: Fotolia)