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Unfallchirurgie, Orthopädie, Handchirurgie

Ärzte der Klinik retten beide Daumen eines Unfallopfers

In einer mehr als zehn Stunden langen Operation haben die Ärzte der Klinik die Daumen eines Unfallverletzten gerettet. Das Opfer erlitt eine beidseitige Amputation durch eine Pressmaschine. Der Rettungsdienst der Stadt Solingen, der den Verletzten in die Notaufnahme am Klinikum brachte, sicherte die abgetrennten Daumen in einem speziell gekühlten Amputatbeutel.

„Obwohl bekannt ist, dass die Replantationen von Fingern gerade bei Quetschverletzungen relativ selten erfolgreich sind, haben wir den entsprechenden Versuch unternommen“, erklärt Professor Dr. Sascha Flohé, Chefarzt der Klinik. Oberarzt Eberhard Heindl, einer der in Handchirurgie spezialisierten Oberärzte im Team von Professor Dr. Flohé, nähte beide Daumen in mikrochirurgischer Technik wieder an. Dabei wurden die wichtigen Blutgefäße unter dem Mikroskop wieder angeschlossen und der Knochen mit Drähten stabilisiert. „Es war sehr anstrengend, aber die Mühe hat sich gelohnt“, berichtet der Oberarzt. Die sogenannte Replantation beider Daumen – der wichtigsten Finger der Hand – ist gelungen. 

Der Patient wird zukünftig wieder in seinen Beruf zurückkehren können. „Er wird wieder greifen und auch zum Beispiel einen Stift halten können, um zu schreiben“, so Professor Dr. Flohé. Beides geht ohne Daumen nicht. Der Verlust des Daumens stellt die schlimmste Amputationsverletzung der Hand dar.

Die Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie hat als Überregionales Traumazentrum auch die volle Zulassung für das Schwerstverletztenverfahren der Berufsgenossenschaften (SAV) für den Bereich der Handchirurgie. In Nordrhein-Westfalen haben nur wenige Krankenhäuser – in der Regel Universitätsklinika oder berufsgenossenschaftliche Unfallkliniken – diese Zulassung zur höchsten Stufe der medizinischen Versorgung durch die Berufsgenossenschaften.

 

Foto: Oberarzt Eberhard Heindl nähte die beiden Daumen in mikrochirurgischer Technik wieder an.