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Wissenswertes

Entgiftung durch Nierenersatztherapie

Im Körper fallen täglich Stoffwechselprodukte an, die vom Blut in die Nieren transportiert und dann von ihnen ausgeschieden werden. Neben der Blutreinigung ist eine weitere Aufgabe der Nieren die Wasserausscheidung. Nierenkrankheiten schränken die Leistungsfähigkeit der Nieren ein. Ihre Entgiftungs- und Ausscheidungsfunktion nimmt deswegen ab. Dadurch sammeln sich Stoffwechselprodukte und Wasser im Körper an und machen zunehmend Beschwerden. Wenn eine Nierenerkrankung dieses Stadium erreicht hat und keine Spenderniere zur Verfügung steht, müssen Stoffwechselprodukte und Wasser mit einem Blutreinigungsverfahren entfernt werden. Dieses Verfahren nennt man Dialyse.

Eine Möglichkeit der Dialyse ist die Blutwäsche mit Hilfe einer Maschine, die über eine künstliche Dialysemembran das Blut außerhalb des Körpers reinigt (Hämodialyse). Ein weiteres Blutreinigungsverfahren ist die Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse). Hierbei wird das Bauchfell (Peritoneum) als natürliche Dialysemembran benutzt.


Hämodialyse

In den letzten 40 Jahren hat sich die Hämodialyse (Blutwäsche) zum Standardverfahren der Nierenersatztherapie entwickelt. In Deutschland werden zur Zeit ca. 50.000 Patienten chronisch hämodialysiert. Warum und wann ist die Hämodialyse notwendig? Die Niere ist das entscheidende Ausscheidungsorgan. Sie produziert ununterbrochen Urin und scheidet darin Schlackenstoffe und überflüssige Flüssigkeit aus. Mit abnehmender Nierenfunktion steigt die Konzentration der Schlackenstoffe im Blut an. Gleichzeitig wird die Flüssigkeit unvollständig ausgeschieden, was zur Überwässerung und Verschlechterung des Hochdruckes führt.

Wenn die Leistung der Nieren auf unter 15 Prozent der Norm abfällt, treten infolge mangelhafter Ausscheidung von Schlackenstoffen und Flüssigkeit zunehmend Beschwerden wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Leistungsabnahme, Atemnot, schlecht einstellbarer Bluthochdruck, Empfindungsstörungen, Magenschleimhautentzündung, Herzrhythmusstörungen oder sogar Herzbeutelentzündung auf. Durch eine effektive Hämodialysebehandlung kann die Ausscheidungsfunktion der Niere so weit ersetzt werden, dass diese Beschwerden nicht auftreten und die Leistungsfähigkeit der Patienten weitgehend erhalten bleibt.

Bei der Hämodialyse werden Schlackenstoffe, Medikamente und andere Substanzen, die normalerweise die gesunde Niere im Urin ausscheidet, aus dem Blut entfernt und die überschüssige Flüssigkeit wird abfiltriert. Das Blut der Patienten wird von der Dialysemaschine durch die dünnen Kapillarröhrchen des Dialysators gepumpt, die außen von einer ständig erneuerten Spülflüssigkeit umflossen sind. Dabei können die Schlackenstoffe aus dem Blut durch die Wände der Röhrchen in die Spülflüssigkeit diffundieren und so aus dem Blut entfernt werden. Gleichzeitig wird durch einen von der Dialysemaschine geregelten Druckunterschied zwischen Blutbahn und Spüllösung über die Dialysemembran Flüssigkeit aus dem Blut in die Spülflüssigkeit abfiltriert.


Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse)

Das Bauchfell ist eine dünne und glänzende Haut, die mit einer Oberfläche von ein bis zwei Quadratmetern die Bauchhöhle vollkommen auskleidet. Da das Bauchfell sehr gut durchblutet ist, stellt es eine hervorragende Austauschmembran dar. Um eine Bauchfelldialyse durchzuführen, wird in regelmäßigen Zeitabständen eine spezielle Flüssigkeit (Spüllösung, Dialysat) über einen fest in die Bauchhaut eingenähten Katheter in die Bauchhöhle eingelassen. Diese Flüssigkeit umspült das Bauchfell. Da es beim Nierenversagen zu einer Ansammlung von Stoffwechselprodukten im Blut kommt, treten diese Stoffe aus den kleinen Blutgefäßen in die Spüllösung über. Die mit diesen Stoffen angereicherte Flüssigkeit wird nach einigen Stunden über den Katheter abgelassen und durch neue Dialyseflüssigkeit ersetzt. Damit kann der Reinigungsprozess, der schonend und natürlich abläuft, erneut beginnen. Neben den Stoffwechselprodukten muss auch überschüssiges Wasser aus dem Körper des Nierenkranken entfernt werden. Hierzu enthält die Dialyseflüssigkeit Traubenzucker. Dieser Traubenzucker hat die Eigenschaft, Wasser aus den kleinen Blutgefäßen des Bauchfells zu ziehen und damit den Körper von überflüssigem Wasser zu befreien. Im Gegensatz zur Entgiftung bei der Hämodialyse, die in der Regel dreimal vier bis fünf Stunden pro Woche erfolgt, wird die Bauchfelldialyse langsam und stetig (kontinuierlich) durchgeführt. Damit kommt dieses Verfahren dem natürlichen Entgiftungsvorgang der Niere sehr nahe.


Nierentransplantation

Eine Nierentransplantation ist eine Operation, bei der eine Person, deren eigene Nieren versagt haben, eine neue Niere eingepflanzt bekommt, welche die Aufgaben der Blutentgiftung übernimmt. Hinsichtlich der Herkunft des gespendeten Organs gibt es zwei Arten der Nierentransplantation, nämlich mit Nieren, die von lebenden Spendern kommen und mit Nieren, die von fremden Spendern, die verstorben sind, kommen. Ein Lebendspender ist üblicherweise ein naher Verwandter oder auch ein Ehepartner, ein Lebenspartner oder ein Freund, zu dem eine längere und enge Verbindung besteht. Ihr Arzt bespricht die Möglichkeit einer Transplantation mit Ihnen von sich aus oder Sie bitten Ihn, sie zu einem Transplantationszentrum zur weiteren Abklärung zu schicken. Dabei muss dann im Rahmen einer Voruntersuchung geklärt werden, ob Sie von Ihrer gesundheitlichen Verfassung her für eine Transplantation geeignet sind, oder ob der Eingriff ein zu großes Risiko darstellt. Sollten Sie geeignet sein, werden Sie auf eine Warteliste bei EUROTRANSPLANT registriert.