Das Solinger Krankenhaus hat eine lange, mehr als 130 Jahre alte Tradition. Schon vor der Eröffnung des ersten Krankenhauses an der Nordstraße (heute Potsdamer Straße) gab in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine "Krankenanstalt für Handwerksgesellen". Zur Unterhaltung mussten Handwerksgesellen und Meister jährlich einen Betrag entrichten. Schwerkanke wurden im Diakonissenhaus in Kaiserswerth (Düsseldorf) behandelt. Unvergessen ist der im 19. Jahrhundert in Gräfrath (heute Stadteil von Solingen) praktizierende Augenarzt Dr. Friedrich Hermann de Leuw. In Wesel geboren, kam er 1813 in die Gräfrather Freiheit. Durch seine Erfolge bei der in jener Zeit weit verbreiteten ägyptischen Krankheit, des Trachoms, wurde er schnell berühmt. Aus vielen Ländern kamen Augenkranke hierher, um ihr Leiden behandeln zu lassen.
1858 wurde, auf Anregung eines Bürgerkomitees, von den Solinger Stadtverordneten der Bau eines Städtischen Krankenhauses beschlossen. Nach der Inbetriebnahme am 1. Mai 1863 standen hier zunächst 30 Betten bereit. Schon 1867 wurde die Erweiterung beschlossen. Durch den Bau eines weiteren Flügels (an der Cronenberger Straße) stieg die Kapazität auf 120 Betten, so dass auch Patienten aus den Nachbargemeinden behandelt werden konnten. Das "Solinger Kreis-Intelligenzblatt" schrieb 1883 nach einer Besichtigung:
50 Jahre später, der erste Spatenstich erfolgte im April 1913, enstand am jetzigen Standort an der Frankenstraße ein neues größeres Krankenhaus gemeinsam für die Städte Solingen, Wald, Gräfrath und Höhscheid. Der Umzug in den 330-Betten-Neubau fand 1915 statt. Initiiert wurde der Bau des neuen Krankenhauses vom Leitenden Oberarzt Dr. Hülsmann in einer Denkschrift. Seiner Ansicht nach ließen sich die zahlreichen Mängel des ersten Krankenhauses nur durch einen Neubau beheben. Mit der Städtvereinigung vom 1. August 1929 wurden die "Städtischen Krankenanstalten" das Krankenhaus für die neugebildete Großstadt Solingen.
Seitdem hat sich das Solinger Krankenhaus zu einem der modernsten Häuser in der Region entwickelt. Im Zuge einer umfangreichen Generalsanierung, die in den 1960er Jahren in mehreren Abschnitten genehmigt wurde, konnte 1974 das neue Hauptgebäude an der Gotenstraße in Betrieb genommen werden. Ein zweiter Bauabschnitt zur Generalsanierung wurde Anfang der 1990er Jahre in Angriff genommen. Mit einem hohen Anteil von Eigenmitteln wurden so drei Ersatzbauten errichtet.


